Clubzeit – Beste Zeit
- Robert Hirschmann
- vor 2 Tagen
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Jugendclubs und offene Jugendarbeit
Ich selbst bin in Glöwen (8 km von Havelberg entfernt) aufgewachsen und habe einen großen Teil meiner Freizeit sowie meiner Ferien in Havelberg verbracht.
Der Jugendclub in Glöwen gehörte schon früh zu meinen wichtigsten Freizeitorten. Im Sommer waren die Fahrradtouren mit dem „Club“ ins Freibad nach Havelberg so selbstverständlich wie die Butter auf der Stulle. Die Jugendlichen aus dem Nachbarbundesland verfolgten oft die gleichen Interessen. So gehörte es für sie ebenfalls dazu, mit dem Fahrrad oder der „Simme“ nach Glöwen zu fahren, um bei den Club-Discos dabei zu sein.

Ein Ort für Musik, Begegnung und Gemeinschaft
Der Jugendclub hat mein musikalisches und kulturelles Interesse von Anfang an mitgeprägt. Dort hatte ich die Möglichkeit, mein Interesse an elektronischer Musik zu entdecken und auszuleben.
Zum Angebot gehörten außerdem Begegnungsveranstaltungen im Zusammenhang mit der Flüchtlingskrise im Jahr 2015 sowie Fußballturniere mit dem Ziel, die Integration von Geflüchteten zu fördern.
Was beide Bundesländer verbindet
Der eine oder andere wird sich nun denken: „Naja, groß geworden ist er ja in Brandenburg und nicht in Sachsen-Anhalt.“
Das mag sein. Dennoch verfolgen beide Bundesländer eine gemeinsame Grundlinie:
Förderung von Kinder- und Jugendarbeit
Beteiligung junger Menschen an politischen Entscheidungen
Unterstützung von Jugendverbänden und Jugendsozialarbeit
Schutz von Kindern und Jugendlichen sowie Förderung von Bildung und Teilhabe¹
Wie steht die AfD zu diesem Thema?
Die AfD stellt sich nicht pauschal gegen jeden Jugendclub. Das klingt zunächst einmal gut. Setzt man sich jedoch näher mit ihrer Position auseinander, zeichnet sich ein anderes Bild ab.
Ihr Programm setzt andere Schwerpunkte als die derzeitige Jugendpolitik des Landes Sachsen-Anhalt. Die AfD möchte vor allem staatliche Förderung stärker auf traditionelle Werte, Heimatverbundenheit und nationale Identität ausrichten.²
Was bedeutet das für Projekte und Träger, die beispielsweise politisch, queer, interkulturell oder aktiv gegen Rechtsextremismus arbeiten? Sie werden es künftig schlichtweg schwerer haben, da sie bei einer Umsetzung dieser Ausrichtung eher unter Rechtfertigungs- und Finanzierungsdruck geraten würden.
Wie steht unsere aktuelle Landespolitik zu diesem Thema?
Die aktuelle Jugendpolitik Sachsen-Anhalts betrachtet Jugendclubs und selbstorganisierte Jugendräume ausdrücklich als wichtigen Bestandteil der außerschulischen Jugendarbeit.
Queere, selbstorganisierte Freizeit-, Kultur- und Sportangebote werden als Teil der Jugendarbeit genannt.³
Vielfalt gehört für mich einfach dazu
Dies sind Themen, die ich als äußerst wertvoll wahrnehme. Diversität gehört für mich einfach dazu. Beziehen wir dies einmal auf die musikalische Vielfalt, so empfinde ich es als wichtig, sich nicht nur auf ein Genre zu konzentrieren, sondern sich von allen Genres und Subgenres inspirieren zu lassen. Genauso können wir auch der Vielfalt unserer Mitmenschen begegnen. Alles hat seine Berechtigung. Im eigenen Rahmen gibt es keine Verpflichtung, sondern die Möglichkeit: Wer möchte, der kann – und wer nicht möchte, eben nicht.
Informieren und mit Bedacht entscheiden
Ist es nicht genau das, was wir alle so schätzen? Die Möglichkeit, etwas tun zu können, aber nichts tun zu müssen?
Ich lade Sie ein, diese Gedanken weiterzudenken und einen Blick in die Parteiprogramme zu werfen. Machen Sie sich ein Bild davon, informieren Sie sich und entscheiden Sie mit Bedacht, welcher Partei Sie Ihre Stimme geben.
Quellen
¹ Jugendpolitisches Programm Sachsen-Anhalt
² Einordnung zum AfD-Regierungsprogramm Sachsen-Anhalt 2026
³ Jugendpolitisches Programm Sachsen-Anhalt 2026


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