Kirche und Politik
- Teja Begrich
- vor 6 Tagen
- 2 Min. Lesezeit
Aktualisiert: vor 2 Tagen
...das ist ein altes Thema.
Die einen beklagen zu viel davon, den anderen ist die Kirche zu unpolitisch. Die einen sagen, dass Kirche sich auf ihre Kernthemen Seelsorge und Verkündigung des Evangeliums konzentrieren solle, den anderen ist gerade das soziale Engagement und die politische Haltung als Kern der Kirche wichtig. Wie also soll Kirche sich verhalten?

Zum ersten: Wer ist die Kirche?
Die Kirche ist die Gemeinschaft der Gläubigen, also wir Christen in Havelberg-Nitzow. Wir sind DIE KIRCHE. Und weil wir evangelisch sind und historisch auf Brandenburger Gebiet liegen, sind wir die Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz – EKBO, aber das ist sekundär.
Zum zweiten: was ist die Kirche?
Als Gemeinschaft der Gläubigen ist die Kirche nach lutherischer Theologie ein „corpus permixtum“ – ein durchmischter Körper.
Ein schönes Bild dafür, dass eben die Christenmenschen nicht alle gleich sind. Es gibt Liebevolle, Großherzige und Friedensbotschafter ebenso wie Lügner, Bösewichte und allerlei Unsympathen. Alles gut durchmischt. So dass eben auch die Rollen der Bösewichte und Großherzigen nicht für alle und jede Zeit gleich verteilt sind. Ein Rollenwechsel ist also durchaus möglich.
Das also ist DIE KIRCHE.
Die große Frage: Ist Kirche politisch?
Die Antwort darauf, ob Kirche politisch sein sollte, gestaltet sich ziemlich einfach.
Die Kirche ist so politisch wie die Menschen in ihr politisch sind. Das heißt es gibt hier die Mitte, rechte und auch linke Ränder, Grüne und Gelbe, Rote und Schwarze und Rosarote, vermutlich auch Blaue. Eben allerlei politische Farben, ein „corpus permixtum“, ein durchmischter Körper halt.
Und weil die Kirche Bestandteil der Gesellschaft ist, ist sie immer politisch.
Also hier noch einmal und ganz deutlich: Kirche ist politisch! Aber nicht parteipolitisch, dafür sind wir einfach zu verschieden.
Das Fundament unseres Glaubens
Das Fundament unseres Glaubens ist die Bibel, die Heilige Schrift des Alten und Neuen Testaments. Das ist ein sehr breites Fundament. Für mache vielleicht auch ziemlich viel. Da kommt es auf die Zusammenfassung an.
Als einst ein Mensch zu einem Rabbiner kam, sagte er folgendes:
„Ich würde ja gerne deine Religion annehmen, aber es sind mir einfach zu viele Gebote. Wenn Du mir deine Religion lehren kannst, so lange ich auf einem Bein stehe, will ich sie gerne annehmen.“
Das ist kein Problem, sagte der Rabbiner:
„Was du nicht willst, was man dir tu, das füg auch keinen anderen zu! Nun geh hin und lerne!“
Was bedeutet das für uns?
Jesus macht es ganz ähnlich, als er nach dem höchsten Gebot der Bibel gefragt wird:
Du sollst Gott lieben und deinen Nächsten.
Das ist es.
Und die Liebe zum Nächsten ist höchst politisch.
Wenn es also bei der kommenden Landtagswahl Parteien gibt, bei denen die Liebe zum Nächsten fehlt, dann ist das keine Partei für uns Christen.


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