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Rente – was bleibt am Ende?

Thomas Müller
13. Aug.
3 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 24. Aug.

Wiederholt wurden wir angesprochen, Rente – das Thema treibt die Menschen um.

Es ist kein Thema der Landespolitik, zuständig ist der Bund. Das Thema ist fast so alt wie unsere Bundesrepublik, ist immer wieder Teil der gesellschaftlichen Debatte – darum greifen wir es hier auf.


Eye-level view of a community gathering in a park

Warum wir heute füreinander zahlen

Einige Daten und Fakten:

Das heutige umlagefinanzierte Rentensystem wurde 1957 eingeführt. Zu diesem Zeitpunkt hatten die Folgen des Krieges, die Inflation und die folgende Währungsreform, dazu geführt, dass die Renten aus dem alten, kapitalgedeckten System nicht mehr ausreichend finanziert werden konnten. Am Ende des Krieges war das Kapital futsch! Altersarmut war die Folge!


Mit der Einführung des umlagefinanzierten Systems zahlen die aktuellen Arbeiternehmerinnen und Arbeitnehmer solidarisch für die Rentner.


Es handelt sich um einen Versicherung, die Höhe der Beiträge, Beitragsjahre, aber auch Kinderanrechnungen führen am Ende des Berufslebens zur Rentenhöhe. Entscheidend sind Ihre Beiträge!


Rente damals und heute

Renteneintritt, Rentenhöhe – einige Zahlen.


1989 DDR:

  • Durchschnittseinkommen (netto) ca. 1200 Mark (vgl. Durchschnittseinkommen in der DDR bis 1989, www.statistika.com, Abruf am 11.08.2026

  • Durchschnittsrente (netto): 427 Mark (vgl. Rente in der DDR, www.mdr.de, Abruf am 12.08.2026

  • Renteneintritt: Mann mit 65, Frau mit 60 Jahren (ggf. früher bei Kinderanrechnungen)

2024 Bruttorente 

(vgl. Höhe der Altersrenten im Jahr des Zuganges 2000 – 20024, www.sozialpolitik-aktuell.de, Abruf 11.08.2026

  • West Mann 1355 €

  • West Frau 929 €

  • Ost Mann 1271 €

  • Ost Frau 1218 €

Lebenserwartung Ost West 1989

(vgl. Lebenserwartung in der DDR 1952 – 1989, www.Statista, Abruf 12.08.2026

  • Mann 70,4 Jahre

  • Frau 76,4 Jahre

Lebenserwartung heute – gesamtdeutsch 

(vgl. Entwicklung der Lebenserwartung, Statistisches Bundesamt www.destatis.de, Abruf am 11.08.2026

  • Mann 78,8 Jahre

  • Frau 83,4 Jahre

  • Zuweisung aus dem Bundeshaushalt an die Rentenkasse in 2025: 122,5 Milliarden Euro (24,4 % des Bundeshaushalts)



Was hinter den Zahlen steckt

Zu den Zahlen einige Anmerkungen:

  1. Es handelt sich um Bruttorenten, Sie sollten ca. 11 % abrechnen (Krankenversicherung und Pflegeversicherung).

  2. Steuer: Es fallen bei den oben genannten ostdeutschen Durchschnittsrenten keine Steuern an, weil die Rente nicht voll versteuert wird, es gibt einen Anpassungsfaktor.

  3. Zusätzliche Einkünfte (zum Beispiel Pachten) wirken sich steuerlich aus, diese Einkünfte rechnen zusätzlich an – wie bei jedem Erwerbstätigen.

  4. Ostdeutsche Rentner - Haushalte erhalten, wie oben zu sehen, durchschnittlich mehr Renten – die Frauen haben eine umfangreichere Erwerbsbiografie.

  5. Ostdeutsche Rentner - Haushalte haben aber weniger Betriebsrenten und weniger Vermögen.

  6. Wir werden älter – das ist doch sehr erfreulich!

  7. Wir geben aus unserem Bundeshaushalt aktuell jeden vierten Euro in die Rentenkasse, nur um das Rentenniveau zu stabilisieren!


Unsere Zusammenfassung:

  1. Das Thema Rente ist wichtig – für alle!

  2. Zeitgerecht informieren, eine Strategie verfolgen, vor allem für die private Altersvorsorge – wäre wünschenswert!

  3. Weil aber viele Menschen wenig Einkommen haben, aber auch weil viele Menschen sich damit nicht befassen ist eine staatliche Säule für die Altersvorsorge von großer Bedeutung.


Welche Antworten gibt die Politik?

Einige Kernaussagen aus den Bundesprogrammen: Nachfolgend die Aussagen von drei Parteien, die im Bund eine Rolle spielen (Regierung und größte Oppositionspartei)

CDU (vgl. Politik für sichere Renten, www.cdu.de, Abgerufen am 11.08.2026)

  • Renteneintritt abschlagsfrei nach 45 Beitragsjahren

  • Aufbau einer zusätzlichen kapitalgedeckten Rente

  • Anreize für Hinzuverdienste

AFD (vgl. AFD Wahlprogramm zur Bundestagswahl Zeit für Deutschland, www.afd.de, abgerufen am 12.08.2026)

  • Renteneintritt abschlagsfrei nach 45 Beitragsjahren

  • Anstehende Betragserhöhungen für die Rente Steuersenkungen kompensieren

  • Elternschaft in der Rente höher vergüten

SPD (vgl. Für Rentnerinnen und Rentner, www.spd.de, abgerufen am 11.08.2026)

  • Die gesetzliche Rente soll wichtigste Säule in der Altersvorsorge bleiben

  • Kapitalergänzte Zusatzvorsorge wird angestrebt


Erste Ansätze der Umsetzung einer Rentenkommission.


Noch in diesem Jahr will die Bundesregierung Reformen in der Rentenversicherung umsetzen. Dabei soll das Renteneintrittsalter moderat angehoben und an die steigende Lebenserwartung gekoppelt werden. Legt man die aktuell erwartete Entwicklung der Lebenserwartung zugrunde, so würde die Regelaltersgrenze etwa alle zehn Jahre um ein halbes Jahr steigen, weil die Menschen immer älter werden.


An die Stelle der "Rente ab 63" (aktuell Rente ab 64,5) soll eine Sonderregelung für Menschen kommen, die lange eingezahlt haben und kurz vor der Rente aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten können. Damit wäre dann eine medizinische Feststellung eine Grundlage, um nach 45 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen zu können. 


Und was erwarten wir selbst?

Und jetzt:

  • Wir werden älter.

  • Wer heute spart, verzichtet natürlich auch auf den heutigen Konsum.

  • Was ist denn Ihre „angemessene“ Rente?

  • Was stellen Sie sich vor?

Am Ende ist es wie immer – jeder muss sich entscheiden – und das ist nicht einfach!


So ist das in der DEMOKRATIE und im SOZIALSTAAT!



 
 
 

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