Was hält unsere Landwirtschaft am Laufen?
Unsere Region war, ist und wird auch zukünftig durch die Landwirtschaft geprägt. Gesellschaftliche Umbrüche und politische Veränderungen betrafen die Landwirte jeweils unmittelbar, zum Beispiel mit der Bodenreform 1945, damals wurden alle Betriebe mit einer Größe über 100 Hektar enteignet.

Wer heute auf Betriebe und Strukturen sieht, der muss auf das Jahr 1990 zurückschauen. Mit der Einführung der D – Mark brachen für die hiesigen Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaften und für das Volksgut Müggenbusch Absatzmärkte und garantierte Preise ein. Die landwirtschaftlichen Betriebe mussten sich neu ausrichten und aufstellen.
In unserer Region gab es dabei drei wesentliche Entwicklungen:
Wiedereinrichter, also Mitglieder der LPG oder Landeigentümer, die einen
landwirtschaftlichen Betrieb gründeten
Landwirte aus Westdeutschland, die hier investierten, Eigentum erwarben, um den bereits bestehenden Betrieb erweiterten. Zum Teil veräußerten diese Landwirte den bisherigen Betrieb im Westen, um hier völlig neu zu starten
Agrargenossenschaften, hier fanden sich Mitglieder der vormaligen LPG zusammen um gemeinsam den Betrieb oder Teile davon weiter zu bewirtschaften
Allen Betriebsformen war und ist eines gemein: Die im deutschen und EU - Vergleich großen Betriebsflächen und Viehbestände.
Warum ist das wichtig?
Traditionell werden landwirtschaftliche Betriebe in Europa durch die EU subventioniert, damit sollen Einschränkungen und Auflagen (wann darf die Wiese gemäht werden, wer darf wo wieviel Gülle ausbringen, wie groß muss der Platz für die Kuh in einem Stall sein, usw.) die diese Betriebe haben teilweise kompensiert werden. Ein Landwirt in unserer Region ist immer auch für seinen und damit für unseren Lebensraum verantwortlich. Die Zusammenhänge zum Umweltschutz und zu Tourismus liegen in unserer Region auf der Hand.
Diese Subventionen sind immer wieder umstritten, viele EU Staaten fordern, diese stärker an den Bedürfnissen der kleineren Betrieben auszurichten.
Neben den oben genannten Einschränkungen haben die Landwirte heute mit sehr hohen Diesel- und Düngepreisen zu kämpfen, u.a. weil der persische Golf blockiert ist. Darüber hinaus sind die Marktpreise für landwirtschaftliche Produkte oft nicht kostendeckend, in Teilen gibt es globale Überangebote an Getreidesorten oder der Handel drückt die Preise nach unten.
33 Prozent des Einkommens
Eine relativ planbare, sichere Quelle für den landwirtschaftlichen Betrieb bleibt die EU Förderung, sie macht in Deutschland im Jahr 2023/2024 im Durchschnitt 33% der Einkommen der Landwirte aus (vgl. Bundeszentrum für Landwirtschaft, Warum wird die Landwirtschaft so stark subventioniert, www.landwirtschaft.de, Abruf am 15.08.2026).
Was sagen die Parteien?
Von Interesse für unsere Landwirte müsste demnach sein, ob und wie die deutschen Parteien zu den Subventionen stehen. Wir haben einige Parteiprogramme genau zu dieser Frage gesichtet.
CDU weil traditionell auf Landwirte ausgerichtet
AFD weil größte Oppositionspartei
Bündnis 90/ Die Grünen weil starke ökologische Ausrichtung
Die CDU will, dass das Agrar-Budget „gut ausgestattet bleibt“ und die Vereinfachung der Gemeinsamen Agrarpolitik der EU, also den Erhalt der Subventionen wie bisher (vgl. CDU/CSU Wahlprogramm für den 21. DEU Bundestag Kurzform S.3).
Die AfD will faire Erzeugerpreise, den Rückbau der Bürokratie, keine Einmischung von DEU oder EU Behörden in die Betriebe, also das Ende der Subventionen (vgl. AfD Wahlprogramm für den 21. DEU Bundestag, S. 73/74).
Bündnis 90/Die Grünen wollen eine stärkere Ausrichtung der EU Agrar-Politik an den Schutz natürlicher Ressource und benennt gesondert die stärkere Forderungen der Weidehaltung (vgl. Bündnis 90/Die Grünen Wahlprogramm für den 21. DEU Bundestag, S 76, 77).
Zusammenfassung/Anmerkung
Und was bedeutet das für unsere Region?
Wir haben uns hier bewusst auf einen Punkt (Umgang mit Subventionen) konzentriert, weil dieser Punkt aktuell auch für die Betriebe in unserer Region wesentlich ist. Ob die Subvention abgeschafft werden sollten oder stärkere ökologische Ausrichtungen erhalten sollten – fragen Sie doch einmal den Landwirt von nebenan!


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