Unser größter Schatz
- Lehrerin aus Havelberg
- vor 10 Stunden
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Warum gute Bildung unsere ganze Region stärkt.
Am 6. September wählen wir einen neuen Landtag, und es geht um mehr, als die meisten ahnen.
Es geht darum, ob wir hier auch morgen noch vielfältige Schulen und Bildungsangebote haben. Diese Vielfalt stärkt nicht nur unsere Kinder. Sie macht unsere Region auch attraktiv für junge Familien – und die brauchen wir dringend, damit hier weiterhin Ärzte, Geschäfte und Busse für uns alle da sind.
Sehen Sie sich um:
In Havelberg und Umgebung gibt es alle Schulformen, sogar eine Freie Schule, für die Familien extra hierherziehen. Dazu kommen Jugendklubs, Sportvereine, eine Musikschule, die Malwerkstatt, das Schülerinstitut SITI, die Sommerschule Wust und viele weitere Lern- und Freizeitangebote. Für eine so ländliche Region ist das ein echter Schatz!


Ein Schatz, um den sich täglich viele engagierte Menschen kümmern. Und ja, der Lehrermangel ist weiterhin ein Problem: Unterricht fällt aus oder wird verkürzt, nicht alles läuft gut. Umso wichtiger ist, was trotzdem gelingt:
Am Gymnasium arbeiten inzwischen eine pädagogische Mitarbeiterin und eine Schulsozialarbeiterin. Viele Lehrkräfte machen außerdem freiwillig mehr, als ihr Job verlangt. Und es gibt Eltern, die mit anpacken: Sie unterstützen zum Beispiel das neue Blasorchester am Gymnasium oder helfen bei Festen und Veranstaltungen mit – mal mit Geld, mal mit ihrer Zeit oder Arbeitskraft. Die Freie Schule Elbe-Havel-Land gibt es nur, weil Eltern und Lehrkräfte gemeinsam ein altes Schulgebäude in Kamern wieder hergerichtet haben. Eine Schule, die zeigt, wie gemeinschaftliches Engagement wirken kann.

Warum Kinder starke Gemeinschaften brauchen
Warum erzähle ich das? Weil Kinder mehr brauchen als ihre Familie, besonders dann, wenn zu Hause gerade nicht alles rundläuft. Sie brauchen viele Menschen, die sich für sie interessieren und ihnen etwas zutrauen. Und in einer Zeit, in der viel am Bildschirm läuft, brauchen sie aus meiner Sicht vor allem: Zeit in Gemeinschaft, Projekte, die ihnen wichtig sind, ehrliches Feedback und die Erlaubnis, aus Fehlern zu lernen.
Was auf dem Spiel steht
Genau dieser Schatz an Möglichkeiten ist hier noch zu haben, vielfältiger und günstiger als in vielen Städten. Und genau dieser Schatz steht am 6. September zur Wahl. Die Parteien der Mitte – die großen demokratischen Parteien, die nicht am politischen Rand stehen – wollen ihn erhalten und weiterentwickeln. Eine andere Partei will das Gegenteil. Sie will die Inklusion an unseren Schulen, also das gemeinsame Lernen von Kindern mit und ohne geistiger oder körperlicher Einschränkung laut eigenem Programm „unverzüglich beenden”. Kinder mit besonderem Lernbedarf oder eigener Schulbegleitung sollen dann nicht mehr an normalen Schulen mitlernen, sondern nur noch in eigenen Förderschulen. Kinder von Geflüchteten sollen in eigene Sonderklassen gehen, selbst wenn sie dauerhaft hierbleiben dürfen. Und diese Partei will mehr Auslese nach Leistung: Das trifft vor allem Kinder, die zu Hause niemanden haben, der ihnen bei den Hausaufgaben hilft.
Es geht um mehr als Schule
Das wäre nicht nur schlecht für unsere Schulen, die bereits jetzt unter zu geringen Schülerzahlen leiden, sondern auch für unsere Wirtschaft: Rund 71.000 Menschen in Sachsen-Anhalt arbeiten hier mit ausländischem Pass. Diese Menschen und ihre Familien könnten wir verlieren. Eine Region, die sich verschließt, gewinnt keine neuen Fachkräfte. Sie verliert die, die schon hier sind.
Unsere Zukunft liegt in unseren Händen
Und trotzdem bin ich hoffnungsvoll.
Wir haben hier eine schöne Natur und vieles, was gut funktioniert. Das ist schon viel wert.
Und wir können noch mehr selbst gestalten. Wenn wir uns selbst und unseren Kindern etwas zutrauen und offen bleiben für unsere Mitmenschen, dann bleibt diese Region lebendig. Deshalb meine Bitte: Informieren Sie sich über die Wahlprogramme. Und wählen Sie bewusst eine Partei der Mitte, falls Sie diesen Schatz gemeinsam mit uns erhalten wollen.


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