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Zwischen Anerkennung und Kritik – Ein Blick in die Bildung

Autorenbild: Wir für Hier
Wir für Hier
1. Juli
2 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 6. Aug.

Die Freie Schule Elbe-Havel-Land in Kamern oder die Kita Regenbogen in Havelberg – beides sind elementare Einrichtungen für die Kinder aus unserer Region und Orte, an denen ganz verschiedene Welten aufeinandertreffen.     An unseren Kitas und Schulen zeigt sich täglich, wie Kinder verschiedener Kulturen, Wissensstände, familiärer Voraussetzungen und mit unterschiedlichen Muttersprachen gemeinsam leben. Dabei können sie uns Erwachsenen oft als Vorbild dienen. Mit ihrer offenen und ehrlichen Art verfolgen sie gemeinsame Ziele, streiten und vertragen sich wieder und entwickeln Gruppendynamiken sowie Gemeinschaftsgefühle, die im Erwachsenenleben nur noch selten zu finden sind. Trotz der Herausforderungen, die es aktuell sowohl gesellschaftlich als auch im Kleinen – etwa an Schulen – gibt, wünschen wir uns weiterhin ein vielfältiges Miteinander mit dem Ziel der Gleichberechtigung. Eine Gesellschaft, in der Vielfalt gelebt wird und gegenseitiger Respekt selbstverständlich ist, entspricht unseren gemeinsamen Werten.


Eye-level view of a community gathering in a park

Herausforderungen im Blick

Gleichzeitig gibt es Schulstrukturen und bildungspolitische Entscheidungen, die kritisch betrachtet werden müssen. Fakt ist: Es wird mehr pädagogisches Personal in den Klassenräumen benötigt, um den Inklusionsgedanken erfolgreich umzusetzen. Erforderlich ist also weitere Unterstützung der Lehrkräfte, die in unserer Region schon jetzt rar sind. Das klingt zunächst hoch angesetzt, trifft es aber genau. Auch modernere räumliche Voraussetzungen und der digitale Ausbau der Schulen sind wichtig. Außerdem brauchen Kinder mit geringen Deutschkenntnissen gezielte Unterstützung. Nur durch entsprechende Sprachförderung können sie Deutsch sicher erlernen und damit Zugang zu einem wichtigen Teil unserer Kultur erhalten. Sprache bedeutet Kommunikation – und miteinander zu sprechen kann der Schlüssel zu einem erfolgreichen Zusammenleben sein.


Schulrecht als Privileg


Als großes Privileg kann das deutsche Schulrecht angesehen werden, das Bildung für alle ermöglicht. Das Vermitteln von Wissen nach verbindlichen Rahmenlehrplänen durch qualifiziertes pädagogisches Personal gehört weiterhin in die Schule. Darüber hinaus können soziales Lernen, beispielsweise der Umgang mit Konflikten, sowie kooperatives Lernen, etwa bei gemeinsamen Projekten oder Gruppenarbeiten, in dieser Form nur im Klassenverband stattfinden.


Das Schulrecht eröffnet zudem Kindern mit Förderbedarf die Möglichkeit des gemeinsamen Lernens. Ganz konkret bedeutet das: Ein Kind mit Down-Syndrom kann an einer inklusiven Grundschule unterrichtet werden. Es lernt, spielt und lebt gemeinsam mit anderen Kindern und hat unter Umständen sogar die Möglichkeit, einen Schulabschluss zu erwerben. Möglich ist dies, weil Eltern derzeit selbst entscheiden dürfen, ob ihr Kind inklusiv an einer Regelschule oder an einer Förderschule beschult wird. Förderschulen, wie die Schule „Am Lindenweg“ für den Förderschwerpunkt geistige Entwicklung in Havelberg, können häufig noch gezielter auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen und verfügen beispielsweise über einen besseren Personalschlüssel. Familien können sich daher bewusst für diesen Weg entscheiden. Sowohl inklusive Schulen als auch Förderschulen haben ihre Berechtigung. Es ist ein großer Gewinn, dass Familien diese Wahlmöglichkeit haben.


Fazit


An unseren Schulen läuft nicht alles perfekt. Dennoch bestehen viele Chancen und Möglichkeiten. Die Idee einer inklusiven Gesellschaft und gelingender Integration sollte auch künftig an unseren Schulen und Kitas in und rund um Havelberg gelebt werden. Wir laden Sie ein, diese Gedanken fortzuführen und einen Blick in die Parteiprogramme zu werfen. Machen Sie sich ein Bild davon, wie die Situation für Familien und Kinder nach der Landtagswahl im September aussehen soll. Informieren Sie sich und entscheiden Sie mit Bedacht, welcher Partei Sie Ihre Stimme geben.

 
 
 

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